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++ Ukraine-Krieg im Newsblog ++ Geheimdienst: Ukraine erobert Kupjansk zurück


Die Ukraine hat in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben ein riesiges Gebiet im Osten zurückerobert – in ihrem schnellsten Vormarsch seit der Abwehr des russischen Angriffs auf die Hauptstadt in Kiew im März. In dem Gebiet hat ein Reuters-Reporter beobachtet, wie die ukrainische Polizei in Städten patrouillierte. An Stellungen, die von russischen Soldaten auf ihrer Flucht aufgegeben wurden, lagen zuhauf Munitionskisten.

In Hrakowe, einem von Dutzenden zurückeroberten Dörfern, waren ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen, auf denen das “Z” prangte – das Zeichen der am 24. Februar begonnenen russischen Invasion. Munition und Müll häuften sich in aufgegebenen Stellungen, die russische Soldaten offensichtlich in großer Eile verlassen hatten. Auf einem Hof lagen drei Tote in weißen Leichensäcken.

Medien: Ukraine erobert nächste Stadt zurück

11.45 Uhr: Mehr als ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs nimmt die ukrainische Gegenoffensive in der östlichen Region Charkiw offenbar weiter Fahrt auf. Ukrainische Medien veröffentlichten am Samstagvormittag ein Foto, das mehrere Soldaten mit einer ukrainischen Flagge im Zentrum der strategisch wichtigen und bislang von Russlands Truppen besetzten Stadt Kupjansk zeigen soll. Unter Berufung auf Mitglieder von Regional- und Kommunalverwaltung schrieb etwa das Portal Ukrajinska Prawda: “Die ukrainischen Streitkräfte haben Kupjansk befreit.” Eine offizielle Bestätigung des Generalstabs gab es dafür zunächst nicht.

Die Kleinstadt Kupjansk ist wegen ihres direkten Bahnanschlusses an Russland als Verkehrsknotenpunkt wichtig für die Versorgung des gesamten russischen Truppenverbands um das südwestlich gelegene Isjum. Durch den Vorstoß der Ukrainer droht dort nun mehr als 10.000 russischen Soldaten die Einkesselung. Informationen in sozialen Netzwerken, die Russen seien bereits aus Isjum geflohen, konnten zunächst ebenfalls nicht überprüft werden.

Großbritannien: Ukraine rückt weiter vor

8.39 Uhr: Mit ihrer Gegenoffensive haben die ukrainischen Truppen im Nordosten des Landes nach britischen Informationen die russischen Kräfte überrumpelt. Die ukrainischen Speerspitzen seien mittlerweile auf enger Front bis zu 50 Kilometer weit in bisher russisch besetztes Gebiet vorgestoßen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Das deckt sich mit Angaben der Ukraine aus den vergangenen Tagen. In dem Gebiet seien nur wenige russische Truppen versammelt gewesen, hieß es weiter. “Die russischen Kräfte wurden offenbar überrascht”.

“Ukrainische Einheiten haben mehrere Orte eingenommen oder umzingelt”, so das Ministerium weiter. Russische Kräfte rund um die Stadt Isjum würden immer isolierter, zudem rückten die Ukrainer auf die Stadt Kupjansk vor. “Ihre Eroberung wäre ein erheblicher Schlag für Russland, weil hier die Versorgungslinien für die Donbass-Front verlaufen”, hieß es in London. Auch im Gebiet Cherson im Süden des Landes gingen die ukrainischen Angriffe weiter. “Die russische Defensive ist sowohl an ihrer nördlichen als auch an ihrer südlichen Flanke unter Druck”, stellte das Ministerium fest.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich in beispielloser Form Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.


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